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8. Internationales Symposium Baukulturelle Bildung

Rückblick

Das 8. Internationale Symposium zur Baukulturellen Bildung hat den Eiermannbau Apolda drei Tage lang in einen lebendigen Denk‑ und Experimentierraum verwandelt. Mit 16 Workshops, drei Keynotes, einem großen Parcours, Performances und intensivem Austausch bot das Programm eine interdisziplinäre Wissensvermittlung, die hoffentlich lange nachwirkt. Besonders spürbar war der gemeinsame Wille, das Nachdenken über eine nachhaltige Zukunft ins Praktische zu übersetzen – durch Handwerk, Gestaltung, kollektive Arbeitsformen und baukulturelle Bildungsformate.

Das Textile als verbindendes Prinzip

Im Zentrum stand das Textile – als Material, Denkfigur und Vermittler. Die Auseinandersetzung zeigte, wie eng Textilien mit Baukultur verknüpft sind: Sie prägen Räume atmosphärisch und funktional, sie sind Teil architektonischer Gestaltung und sie machen gesellschaftliche Fragen sichtbar – von Ressourcenverbrauch und Fast Fashion bis zu regionalen Stoffkreisläufen. Damit ist die Auseinandersetzung mit dem Textilen baukulturelle Bildung. Das Textile zeigt, wie wir unsere Lebenswelt bewusst und verantwortungsvoll mitgestalten können. Diese Verbindung wurde im Programm auf vielfältige Weise erfahrbar.

Ein Ort zwischen Geschichte und Zukunft


Die Stadt Apolda blickt auf eine lange Textilgeschichte, die die Stadt stadträumlich, wirtschaftlich und auch in der kollektiven Erinnerung bis heute prägt. Hier wird Textil als baukulturelles Thema am greifbarsten. So waren auch Besuche in einer der letzten Strickereien „strickchic“ und in der Oehringschen Villa, ein seit vielen Jahren leerstehendes Wohn- und Fabriksensemble, Teil des Programms. Und auch der Eiermannbau Apolda – einst Weberei, heute kreativer Möglichkeitsraum – wurde selbst zum Teil der Auseinandersetzung. Er zeigte, wie Orte Geschichte tragen und zugleich Zukunft eröffnen können. Seine textile Vergangenheit und seine heutige Nutzung machten ihn zum idealen Rahmen für das Thema.

Tag 1, 27.3.: Entstehung von Textilem

Betrachtet wurden Handwerke zur Herstellung textiler Rohstoffe und textiler Produkte, die zu den ältesten Kulturtechniken gehören. Sie umfassen die Verarbeitung der Rohfaser durch verschiedene Verbindungs- und Veredlungstechniken. Dabei werden sowohl den textilen Handwerken als auch den Produkten durch eine – in der globalen wie industriellen Welt – entwickelte körperlichen wie sozialen/emotionalen Distanz immer weniger Wertschätzung entgegengebracht.

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Katja Fischer, Architektin und Vorständin der Stiftung Baukultur Thüringen, moderierte den ersten Programmtag.

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Als Vertreter des Fördermittelgebers Bundesbauministerium begrüßte Dr. Jörg Wagner die rund 100 Gäste im Saal.

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Die Präsidentin der Architektenkammer Thüringen Ines M. Jauck erläuterte die Genese des Symposiums.

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Textile Arbeit fand auch außerhalb der Workshops an vielen Ecken statt.

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Der Präsident der Bauhaus-Universität Weimar, Prof. Peter Benz, zollte dem Werk seiner Studierenden Respekt.

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Der Teppich entstand im Seminar zur Gestaltung textiler Kreisläufe an der Professur Bauformenlehre. Prof. Benz betonte in seiner Rede die Bedeutung der Zusammenarbeit aller.

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In seiner Keynote verdeutlichte Dr. Rolf-Bernhard Essig unterhaltsam, wie uns das Winden, Flechten, Wirken und Knoten sprachlich und baulich prägt.

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Studentische Arbeiten prägten die Räumlichkeiten im Eiermannbau und machten Lust auf mehr Textiles.

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Bettina Güldner berichtete in ihrem Workshop über Kulturtechniken des textilen Gestaltens, mit viel Bezug zum Bauhaus.

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Florian Wehking zeigte einen 360 Grad Dokumentarfilm über die Juteproduktion in Bangladesch.

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Karen Modrei sprach im Saal über das widerständische Potential in Craft Performances.

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Das Studierendenteam von Anna Marx bereitete während der Workshops das Abendessen vor.

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Im Studio Eiermann berichtete Sara Diaz Rodriguez über Prototypen von Textil, die durch Open-Source-Tools entstanden sind.

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Der Teppich aus dem Seminar der Bauhaus-Universität wechselte während des Programms die Positionen.

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Das Abendessen war bereit, die Kommunikation des Teams außergewöhnlich.

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In der Essensdarbietung wurden immer wieder Bezüge zum Textilhandwerk gezogen.

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Im Saal trafen sich in den Pausen immer alle Gäste und Speaker und die Veranstalter wieder zum gemeinsamen Austausch, Essen, Vertiefen, Luft holen.

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Katharina Stahlhoven moderierte das abendliche Podium zum Thema Baukulturelle Bildung.

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Die Podiumsgäste sprachen aus den Perspektiven der politischen, gesellschaftlichen und baukulturellen Bildung über den Bezug des Textilen zu Vermittlungsformaten, das Einbeziehen Vieler und ihre Beziehung zum Stofflichen.

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Dabei brachten sie, wie hier Fanny Kratzer, eigene Objekte mit, die ihre eigene Textilgeschichte erzählten.

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Ellen Schindler stellte das Buch METRO O1O vor, das mit nimmt auf eine Reise durch die Geschichte und in die Zukunft der Stadt Rotterdam.

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Franziska Wittau ist die Leiterin der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen.

Tag 2, 28.3.: Verwendung des Textilen

Der Einsatz textiler Materialien und Produkte ist vielfältig und schließt neben Bekleidungsstücken und textilen Gebrauchtwaren vermehrt eine Verwendung in Architektur und Bauwesen ein. Am zweiten Tag des Symposiums wurde ein Markt untersucht, der bestimmt wird durch eine Vielfalt und Komplexität lokaler, überregionaler wie globaler Anbieter.

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Dr. Luise Nerlich, Mitglied im Vorstand der Architektenkammer Thüringen, führte mit ihrer Moderation durch den zweiten Tag des Symposiums.

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Mit einer Keynote von Julia Eschment über die Synergien durch Textilprojekte, Raumvermittlung und Regionalvermittlung begann der zweite Tag.

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Gerald Rosner berichtete in den Räumen seines Apoldaer Unternehmens strickchic über die Herausforderungen in der heutigen Textilindustrie, und welche Geschäftsfelder strickchic verfolgt.

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Till Hoffmann, Mitarbeiter der Bauhaus-Universität Weimar, zeigte auf der Exkursion zur Oehringschen Villa und Fabrik, wie das textile Erbe sich räumlich in Apolda zeigt.

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Martin Fink lud in seinem Workshop dazu ein, die geflochtenen Welten seiner künstlerischen Arbeiten zu erkunden und selbst zu gestalten.

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Prof. Dr. Maria Peters vermittelte die Relevanz textiler Themen im Kunstunterricht für eine nachhaltige Bildung.

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Das Studierenden-Team um Anne Marx bot in einer performativen Kaffeepause kleine Stärkungen an.

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Alexander Freyburg gewährte Einblick in die Forschung an der MFPA Weimar, bei welcher textile Modifikationen eine essentielle Rolle spielen.

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Dr. Mirjam Deckers präsentierte ihre Forschungserkenntnisse auf den Spuren von Gunta Stölzl nach ihrer Emigration in die Schweiz.

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Bei Katrin Steiger lernten die Besucher:innen neue Materialien, sich gegenseitig und eine ganz andere Gruppendynamik kennen.

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In ihrem Workshop vermittelte Eva-Maria Weikert die künstlerischen und historischen Aspekte des Textilen und stellte die Arbeitsprozesse der Textilproduktion in Greiz dar.

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Unter der Leitung von Katrin Steiger wurden die Teilnehmenden ihres Workshops selbst Autor:innen und gestalteten das Abendessen mit.

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An einer langen Tafel, vervollständigt mit Produkten aus den Workshops, wurde gemeinsam gegessen.

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Übliche Situationen, z.B. das Nachwürzen, wurden von den Studierenden aus dem Team um Anne Marx künstlerisch inszeniert und machten es zu einer ganz besonderen Mahlzeit!

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Im ganzen Haus gab es über den Zeitraum des Symposiums hinweg, verschiedene Parcours-Stationen aus Forschung, Praxis, Kunst und Lehre zu erkunden.

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Der zweite Tage endete mit einem gemeinsamen Rundgang durch den Parcours, geleitet von den Protagnist:innen der einzelnen Stationen.

Tag 3, 29.3.: Verwertung von Textilen

Mit der Überarbeitung der Abfallrichtlinien der EU stehen Fragen nach textilen Verwertungsprozessen im Zentrum der disziplinären Forschung und Entwicklung. Verfahren der textilen Wiederaufbereitung und Wiederverwendung aber auch die Sensibilisierung für den eigenen Umgang mit dem Textilen bestimmten auch den Diskurs am dritten Tag des Symposiums.

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Den letzten Tag des Symposiums im Eiermannbau moderierte Prof. Andrea Dreyer.

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In ihrer Keynote berichteten Dr. Andrea Lück, Isabell Lange und Gregor Biastoch von zirkulären Ansätzen in der Textilwirtschaft.

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Im Workshop von Gregor Biastoch kamen die Teilnehmer:innen in Kontakt mit Alttextilien.

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Prof. Folke Koebberling berichtete in ihrem Workshop über ihre Auseinandersetzung mit dem nachwachsenden Rohstoff Rohwolle und die künstlerischen und architektonischen Ansätze ihrer Arbeit.

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Isabell Lange und Dr. Andrea Lück boten den Workshop-Teilnehmenden die Möglichkeit textile Nachhaltigkeit durch Lebenszyklus - und nachhaltige Geschäftsmodelle zu erforschen.

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Prof. Katharina Jebsen-Plättner thematisierte mit ihren Studierenden Fragen der Kollaboration und Praktiken an textilen Gestaltungsprojekten.

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Nach drei Tagen, voller neuer Eindrücke, kamen wir ein letztes Mal im Saal des Eiermannbaus zusammen, um das Erfahrene zu reflektieren. Vielen Dank an alle, die dieses Wochenende entscheidend mitgestaltet haben!