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Mikrofinanzierung
Kleines Geld, große Wirkung!
Baukultur entsteht dort, wo Menschen Verantwortung für ihre Umwelt übernehmen – im Kleinen wie im Großen, im Alltag und in langfristigen Entwicklungen. Mit der Mikrofinanzierung hat die Stiftung Baukultur Thüringen ein Programm geschaffen, das genau hier ansetzt. Es unterstützt baukulturelles Engagement direkt vor Ort und ermöglicht allen, die etwas verändern wollen, ihre Ideen zu testen, weiterzuentwickeln und sichtbar zu machen.
Die Mikrofinanzierung knüpft an die Erfahrungen der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen an. In vielen Gesprächen wurde deutlich, dass es einen großen Bedarf an einfacher, unbürokratischer und gleichzeitig wirkungsvoller Unterstützung gibt. Die Stiftung Baukultur Thüringen, die vom Freistaat Thüringen gefördert wird, hat diese Anregungen mit der Mikrofinanzierung aufgegriffen.
46 Einreichungen 2026
Jury hat 10 Projekte ausgewählt
46 Einreichungen auf das Programm der Mikrofinanzierung haben uns 2026 erreicht – vielen Dank für das große Interesse und Ihr Engagement überall im Land. Wir sind beeindruckt von der Breite der Aktivitäten.
Die fünfköpfige Jury aus Verteterinnen und Vertretern des Landes, der Architektenkammer Thüringen, der Mikrofinanzierungsprojekte 2025 und der Stiftung haben zehn Projekte ausgewählt, die jeweils 1.000 Euro Unterstützung erhalten.
Die ausgewählten Projekte 2026
Altenburg —
Umbaukultur als Prozess – Reallabor Hofsalon ABG
Vierwöchige Künstlerresidenz im Quartier am oberen Markt Altenburg; temporäre Interventionen mit Bürgerinnen und Bürgern machen räumliche Identität sichtbar, ermöglichen Begegnung und geben Impulse für eine gemeinwohlorientierte Entwicklung.
(Antragsteller: Freundeskreis und Förderverein des Altenburger Hofsalons i. G.)
Erfurt —
Horizonterweiterung: Lebendiges Baudenkmal
Öffentliche Veranstaltung mit Vorträgen und Podium zum Umgang mit Spuren von Graffiti/Street Art an denkmalgeschützten Gebäuden wie dem ehemaligen Schauspielhaus – Einblick in die Transformation des ehemaligen Schauspielhauses.
(Antragsteller: KulturQuartier Schauspielhaus eG)
Ilmenau-Roda —
Zuhause in Roda
Info- und Austauschabend zur Zukunft des Wohnens im Dorf: barrierearmes Wohnen im Alter, sinnvolle Sanierungsschritte, Dorfentwicklung mit klarer Orientierung – mit praktischen Impulsen aus Architektur, Energieberatung und Pflege.
(Antragsteller: Ortsteilrat Ilmenau-Roda)
Jena —
Ein Tag unter Strom
Tag der offenen Tür in der Maschinenhalle der ehemaligen Transformatorstation – Baukultur und Industriekultur als öffentlicher Erfahrungsraum und Impuls für eine langfristige Sicherung.
(Antragsteller: Ins-Netz-e. V.)
Kannawurf (Kindelbrück) —
Mikro-Symposium zum Selbstbauen auf dem Lande
Kommunikativ-handwerkliches Format zu Selbstbau, regionalen Baustoffen und Techniken: Austausch mit Projekten/Personen, die ihren Lebensraum identitätsstiftend und ästhetisch gestalten.
(Antragsteller: Künstlerhaus Thüringen e. V.)
Kloster Veßra —
Gasthof in Kloster Veßra reaktivieren
Der leerstehende ehemalige ‘Goldene Löwe’ wird temporär nutzbar gemacht und als Dorfgemeinschaftshaus erprobt – mit Programm und Fest für einen Neustart eines belasteten Ortes.
(Antragsteller: Bauhaus-Universität Weimar)
Nahwinden (Stadtilm) —
Wiederbelebung statt Abriss: Tanzsaal Nahwinden
Tag der offenen Tür mit Führungen, Inputs zum Weiterbauen im Bestand, Vorher/Nachher-Ausstellung und Beteiligungsworkshop zur künftigen Nutzung als Kultur- und Begegnungsort.
(Antragsteller: Freunde elektronischer Tanzmusik Thüringen e. V.)
Nobitz, OT Großmecka —
Der Kuhstall Kleinmecka im Modell 1:20
Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern entsteht ein Holzmodell eines typischen Altenburger Kuhstalls (19. Jh.) im Maßstab 1:20 – Baukulturvermittlung über einen regionalen Bautypus, handwerkliche Holzverbindungen und Maßstäblichkeit.
(Antragsteller: Kulturhof Kleinmecka e. V.)
Schmiedefeld am Rennsteig —
Umnutzungskultur ausprobieren – ein studentisches Reallabor zur Zugänglichkeit von Leerstand im Thüringer Wald
Einwöchiges Reallabor in einem leerstehenden Gebäude: öffentliche Workshops, Gespräche und temporäre Ausstellung. Ziel: Umnutzung als gemeinsamer Prozess – Hochschule trifft Region, Erkenntnisse für ländliche Räume und bundesweite Initiativen.
(Antragsteller: Urbane Liga, Jugendforum Stadtentwicklung)
Weimar, OT Tröbsdorf —
Erhalten, was trägt – Das gute Haus
Für ein leerstehendes ehem. Schulgebäude werden gemeinsam Nutzungsideen und ein gemeinwohlorientiertes, baukulturell tragfähiges Konzept erarbeitet.
(Antragsteller: Ortsteilrat Tröbsdorf)
Mikrofinanzierungsprojekte 2025

Haus Bräutigam e.V.
Bauschule Lehm wiederverwenden
Die Bauschule im Haus Bräutigam machte das Sommerfrische-Haus in Schwarzburg wieder zu einem offenen Lern- und Baulabor. Studierende erprobten hier gemeinsam mit Fachleuten den denkmalgerechten Umbau mit wiederverwendetem Lehm und ökologischen Baustoffen. So wurde zirkuläres Bauen praktisch vermittelt und eine neue Umbaukultur erlebbar gemacht.

Künstlerhaus Thüringen e.V.
Werkstatttag Badebrücke Kannawurf
Die Schwarze Brücke von Kannawurf könnte als Holzbrücke auf historischem Fundament neu entstehen. Sie würde Radweg, Badestelle und Zugang zur Flussaue verbinden und Tourismus wie Baukultur stärken. Ein öffentlicher Werkstatttag auf Schloss Kannawurf zeigte: Die Vision ist machbar und findet breite Unterstützung. Grafik: Katharina Wittke

Volkmar Knoch
Mikrotagung Bohlenstube 21
Das „Alte Haus“ in Mötzelbach wird mit dem Projekt Bohlenstube 21 behutsam neu belebt. In Eigenleistung entstehen nach historischem Vorbild hölzerne Wohnzellen als reparierbares, ressourcenschonendes Wohnmodell für den ländlichen Raum. Die Einweihung der Bohlenstuben machte das Denkmal zum offenen Ort für Austausch über Weiterbauen, Reduktion und Gemeinschaft.

Kulturpalast Unterwellenborn e.V.
Fotoausstellung 50 Jahren Maxhütte
Der Kulturpalast Unterwellenborn e.V. macht das industrielle Erbe der Maxhütte sichtbar, direkt am Ort des Geschehens: In der Gasmaschinenzentrale wurden historische Fotografien erstmals großformatig gezeigt und mit Hilfe von KI aufbereitet. Die Ausstellung regte viele Besucher:innen dazu an, über die Zukunft dieses baukulturellen „Riesen“ ins Gespräch zu kommen.

Ortsjugendwerk Schwarzatal
Projekt Raum – Zeit – Jugend
Ein Jugendprojekt in Schwarzburg setzte sich kritisch mit der wechselvollen Geschichte des ehemaligen Lager- und Feriengeländes an der Schwarza auseinander. Mit Unterstützung von Gemeinde und AWO recherchierten Jugendliche zur Historie ihres Treffpunkts. Parallel gestalteten sie das Areal weiter und machen seine Geschichte künftig sichtbar. Foto: Ortsjugendwerk

Michael Kraus
Workshop Marktstraße Weimar
Ein Workshop zur Weimarer Marktstraße zeigte, welches Potenzial Straßen für Lebensqualität, Klimaresilienz und Begegnung haben. Studierende entwickelten gemeinsam mit Anwohnenden, Gewerbetreibenden und Fachleuten Ideen für eine aufenthaltsfreundlicheres Quartier. Die Marktstraße wurde so zum offenen Denkraum für eine gemeinwohlorientierte Verkehrswende.

Stiftung Haus der Jugend & Technik
Dinner Straßenbahndepot Jena
Das Alte Straßenbahndepot in Jena öffnete sich als Ort für gemeinschaftliche Stadtentwicklung. Eine Fotosafari, Ausstellung und ein gemeinsames Dinner machten das industrielle Erbe neu erlebbar und brachten unterschiedliche Nutzer:innen zusammen. So wurde das Depot als Raum für Austausch, Beteiligung und zukünftige Nutzungen erprobt. Foto: Katrin Hitziggrad

LeerGut-Agent*innnen e.V.
Vermittlungsbausteine LeerGut
Der Verein der LeerGut-Agentinnen und -Agenten setzt sich thüringenweit für die Aktivierung leerstehender Gebäude ein. Für ihre Netzwerktreffen im vorrangig ländlichen Raum produzierten sie eine mobile Ausstattung aus Infostand und Sitzmöbeln. Sie stärkt die Sichtbarkeit des Netzwerks und begleitet zukünftige Treffen direkt an den Orten des LeerGuts. Foto: LeerGut-Agent*innen e.V.

Thomas Laubert
Erzählcafés Terrassencafé Gera
Das ehemalige Terrassencafé auf Schloss Osterstein öffnete sich erneut für die Öffentlichkeit. Bei Kaffee, Kultur und Gesprächen sammelten Besucher:innen Erinnerungen und Ideen für die Zukunft des lange leerstehenden Denkmals. Die Probenutzung zeigte das große Potenzial des Ortes für eine öffentliche, kulturelle Nutzung. Foto: Thomas Laubert

Alte Feuerwache Weimar e.V.
Nachbarschaftliches Turmfest
Die Alte Feuerwache Weimar entwickelt sich zu einem gemeinschaftlichen Stadtquartier für Viele. Zum 99. Geburtstag des Schlauchturms öffnete ein Hoffest den Ort für Austausch, Erinnerungen und Ideen zur zukünftigen Nutzung. Das Projekt zeigt, wie solidarische Stadtentwicklung durch gemeinsames Engagement gelingen kann. Foto: Alte Feuerwache e.V.
