
Michael Kraus
Workshop Marktstraße Weimar
Viele Menschen wünschen sich eine Verkehrswende im Sinne des Gemeinwohls. Gerade in den Metropolen Europas wie Paris oder Wien gibt es erste, hoffnungsvolle Versuche. Sie zeigen, dass es geht: den Raum für das Auto auf das notwendige Maß zu reduzieren und Platz zu schaffen für Fußgänger und Radfahrerinnen, für Begegnung, Erholung und Stadtgrün. Straßen besitzen ein enormes Potenzial, um den Bedürfnissen der Menschen und den Folgen der Klimakrise in den Städten, wie Starkregen oder Hitze, zu begegnen.
Michael Kraus, Verleger und Ladenbesitzer in der Marktstraße Weimar, sieht diese Chancen auch in seinem innerstädtischen Quartier. Was ließe sich für die Nachbarschaft an Lebensqualität gewinnen, wenn die Marktstraße fußgängerfreundlicher werden würde, zu einem Ort für Viele?
Mit Unterstützung der Mikrofinanzierung organisierte Michael Kraus einen zweitägigen Workshop im Oktober 2025. 34 Studierende entwickelten im Rahmen eines Seminars an der Bauhaus-Universität Weimar Ideen für die innerstädtische Straße, Expertinnen und Experten gaben Impulse zur Straße im 21. Jahrhundert und Anwohnende und Gewerbetreibenden brachten ihre Bedürfnisse ein. Auch Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Weimar kamen mit den Teilnehmenden ins Gespräch. Die Entwürfe der Studierenden wurden im Buchhladen ausgestellt. Ein umfunktionierter Marktwagen-Anhänger des Architekturbüros exnovum wurde vor Ort in der Marktstraße zum mobilen Büro und Anlaufstelle für Fragen zum Projekt.



Publikation: Die neue Öffentlichkeit
Die Publikation untersucht, wie Straßen als öffentliche Räume neu definiert werden können. Anhand von 28 Fallstudien zeigt sie verschiedene Konzepte und Gestaltungsansätze und stellt die zentrale Frage: Wem gehört der öffentliche Raum?
Mehr dazuArtikel: "Neue Straßen in Blau-Grün"
Der Weimarer Professor für Städtebau Steffen de Rudder war an dem Projekt beteiligt. In der Bauwelt erschien 2025 sein Artikel zur Abkehr von der autogerechten Stadt.
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