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Stiftung engagiert sich für „Innenstädte mit Zukunft“

Thüringer Aktionsbündnis Innenstädte mit Zukunft

Stiftung engagiert sich für „Innenstädte mit Zukunft“

Die Stiftung Baukultur Thüringen ist ab sofort Mitglied im Thüringer Aktionsbündnis „Innenstädte mit Zukunft“, deren Geschäftsstelle bei der LEG Thüringen angesiedelt ist. Beim heutigen ersten Bündnistreffen des Jahres im Wirtschaftsministerium wurde die Mitgliedschaft offiziell ausgesprochen. Unsere Vorständin und Architektin Katja Fischer eröffnete das Treffen mit einer Keynote zum Thema „LeerGut als Ressource – Vorschlag für einen Perspektivwechsel“ und war am Abend im MDR Thüringen Journal zu Gast.

Leerstand im Kontext einer Polykrise

Thüringen ist in einer Polykrise: wirtschaftlicher Wandel, demografische Entwicklungen, Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts und die Herausforderungen des Klimawandels wirken vor Ort in unsere Städte und Gemeinden.

Rund 600.000 Gebäude gibt es im Freistaat – bereits 2016 standen etwa 45.000 davon leer. Leerstand ist damit kein Randphänomen, sondern Ausdruck struktureller Veränderungen.

Gleichzeitig gilt:

Gebauter Bestand ist unser größtes Volksvermögen. Sein Erhalt sichert materielle wie immaterielle Werte – Identität, Geschichte, Ressourcen und Gemeinschaft.

Vom Projekt zum Prozess

Mit der LeerGut-Konferenz 2016 begann die IBA Thüringen, das Thema Leerstand landesweit in die Öffentlichkeit zu bringen. Seither zeigen zahlreiche Projekte, wie Entwicklung aus dem Bestand heraus gelingen kann.

Zu bekannten Beispielen zählen:

der Eiermannbau, bei dem das Land, die LEG Thüringen, IBA Thüringen und Stadt Apolda gemeinsam Verantwortung übernehmen,

das Schloss Schwarzburg, das durch das Engagement der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten als Denkort der Demokratie wieder zugänglich wurde,

der Bahnhof Rottenbach, der durch eine Genossenschaft gemeinsam mit der Stadt Königsee zum Dorfladen entwickelt wurde,

das Haus Bräutigam in Schwarzburg, dessen sensible Aktivierung durch einen gegründeten Verein regionale Baustoffe und traditionelle Baupraxis wieder sichtbar macht.

Diese Beispiele zeigen: LeerGut-Projekte sind Impulse für das Gemeinwesen. Sie ziehen Menschen an, schaffen Identifikation und stärken Orte nachhaltig.

Innenstädte mit Zukunft – nur gemeinsam

Innenentwicklung beginnt dort, wo Engagement ist. Doch Ehrenamt braucht hauptamtliche Strukturen und politische Verankerung auf Augenhöhe.

Für Kommunen bedeutet das:

  • strategische Bodenpolitik,
  • Konzeptvergaben,
  • aktive Innenentwicklung als Entwicklungsgrundlage

Für das Land:

  • Phase 0 in Förderprogramme und Projektentwicklung zu integrieren,
  • Pilotprogramme etablieren, die neue Ansätze der Leerstandsentwicklung ermöglichen
  • erfolgreiche Pilotprojekte landesweit wirksam machen

Mit der Mitgliedschaft im Aktionsbündnis stärkt die Stiftung ihr landesweites Netzwerk. Ziel ist es, Lösungen zu entwickeln, die in der Fläche wirken – und zugleich Spielräume für individuelle Herausforderungen einzelner Orte offenhalten.

„Leerstand ist kein Schicksal. Er ist eine Aufgabe – und eine Chance. Entscheidend ist, dass wir gemeinsam und strukturell handeln“, so Katja Fischer.

Website des Aktionsbündnisses

LeerGut-Konferenz 2016

Die IBA Thüringen ernannte 2016 Leerstand zu LeerGut, also einer immateriellen und materiellen Ressource. In der Konferenzdokumentation von 2016 liegen alle zwölf Impulsvorträge, die Podiumsdiskussion sowie ergänzende Beiträge zum Thema Leerstand in Thüringen und dem Eiermannbau Apolda für Interessierte vor.

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Wanderausstellung LeerGut als Ressource

Die Ausstellung „LeerGut als Ressource – Thüringer Reallabore für eine neue Baukultur“ wird von der Stiftung Baukultur Thüringen herausgegeben und wurde vom Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur gefördert. Sie thematisiert nachhaltige Leerstandsentwicklung in Thüringen und präsentiert die engagierten Macher:innen dahinter. Bei der Stiftung kann man die Ausstellung ausborgen.

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