
Stiftung Baukultur Thüringen
5.9.2024: Baukultur-Gespräch „Baukultur meets IBA“
Nach der Abschlusspräsentation der IBA Thüringen 2023 sorgte der Freistaat Thüringen mit der 2024 beginnenden institutionellen Förderung der Stiftung Baukultur Thüringen dafür, dass das Erbe der Bauausstellung weitergetragen wird. Denn die gewonnenen Erkenntnisse aus über 40 Projekten und die Kraft der IBA-Netzwerke sollen langfristig wirken. Die Stiftung lud deswegen zum dritten Baukultur-Gespräch alle IBA-Partnerinnen und -Partner zum 1. Baukultur-Festival ein.
Katja Fischer, Vorständin der Stiftung Baukultur Thüringen und ehemalige Programm- und Projektleiterin der IBA, eröffnete die Runde mit einem Rückblick: Die IBA habe als Bewegung Zukunftsoptimismus nach Thüringen getragen und zahlreiche Baukultur-Akteurinnen und -Akteure miteinander vernetzt. Auf diesem Fundament gelte es nun aufzubauen.
Anhand des IBA-Projekts Eiermannbau Apolda zeigte Apoldas Stadtratsmitglied Hannes Raebel, was diese Zusammenarbeit bewirken kann. Der Erwerb des Gebäudes, die Entwicklung zur Open Factory und die vielfältigen Umnutzungen – vom Museum auf Zeit über inklusive Gastronomie im benachbarten Winkelbau bis zur Nutzung durch die Stiftung Baukultur Thüringen – stehen für einen gemeinsamen Lernprozess und eine lebendige Weiterentwicklung des Bestands. Die Open Factory sei dabei ausdrücklich kein abgeschlossenes Projekt, sondern ein offener Prozess.
Mit dem formalen Ende der IBA GmbH im Jahr 2023 stellt sich die Frage nach der Zukunft ihrer Projekte. Carina Andreas vom Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur erläuterte, dass die Stiftung Baukultur Thüringen künftig eine zentrale Rolle übernimmt. Sie wird ideell, personell und finanziell gestärkt und kann laufende IBA-Projekte weiter begleiten – mit Arbeitsweisen, die Verwaltung so nicht leisten könnte.
Abschließend ordnete Dr. Martin Gude, Abteilungsleiter im Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur, Baukultur als festen Bestandteil staatlichen Bauens ein. Anhand von Landes-, Zuwendungs- und Städtebauprojekten zeigte er, wie Nachhaltigkeit, gestalterischer Anspruch und insbesondere der Holzbau zunehmend Leitlinien des öffentlichen Bauens in Thüringen prägen.
Die Gesprächsrunde im Rahmen des Festivals machte deutlich: Die IBA ist zwar beendet, ihr Netzwerk, ihre Projekte und ihr Anspruch an Baukultur wirken aber weiter – getragen von der Stiftung Baukultur Thüringen und den IBA-Akteurinnen und -Akteuren in ganz Thüringen.

