Das 100 – Wohnhaus für Studierende

Neues Wohnen: 100 Prozent flexibel, bezahlbar, ressourcenschonend

In unmittelbarer Nähe von Georg Muches „Haus am Horn“ aus dem Jahr 1923 befindet sich das städtebauliche Entwicklungsgebiet „Neues Bauen am Horn“. Das Studierendenwerk Thüringen besitzt das letzte freie Baufeld auf dem Gelände und entwickelt hier gemeinsam mit der Stiftung Baukultur Thüringen und der IBA Thüringen ein neuartiges Wohnhaus für Studierende.

Der Anspruch dabei — 100 Prozent: Bei Fragen des regionalen Bauens, bei energetischen Standards, sozialen Innovationen, bei Gestaltung, Flexibilität und Preis sollen keine Kompromisse eingegangen werden.

2017 ging aus einem hierfür initiierten internationalen Architekturwettbewerb das favorisierte Wohnkonzept des Architekturbüros Almannai und Fischer aus München hervor. Dieses nimmt Abstand vom anonymen Nebeneinander kleiner Appartements. Stattdessen soll neues Wohnen durch großzügige Wohngemeinschaften mit individuellen Rückzugsbereichen ermöglicht werden.

Steckbrief

Ort
Weimar

Partner
Studierendenwerk Thüringen
Stiftung Baukultur Thüringen
IBA Thüringen

Ansprechpartner
Prof. Dr. Gerd Zimmermann, Stiftung Baukultur Thüringen
Tobias Haag, IBA Thüringen

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2019 war das hundertjährige Bauhausjubiläum. Anlass die Tradition aufzugreifen und zu fragen: 
Was würde das Bauhaus heute machen?

Standort

1923 entstand mit dem Musterhaus Am Horn das erste bauliche Zeugnis des Bauhauses in Weimar. Rund 70 Jahre später wurde das Gelände in dessen Nachbarschaft, für das die Bauhäusler einst eine Mustersiedlung vorgesehen hatten, in einem städtebaulichen Wettbewerb mit dem Titel »Neues Bauen am Horn« zu einem Musterstadtteil entwickelt. Der Wettbewerb sah am Westende des Carl-Alexander-Platzes ein turmartiges Gebäude vor. Seine Bestimmung als Studierendenwohnhaus sollte Teil einer größeren Wohnanlage für Weimarer Studierende werden. Position und Kubatur des Gebäudes sind durch einen Bebauungsplan seitdem festgelegt.

Aufgabe

Das Studierendenwerk Thüringen, die Stiftung Baukultur Thüringen und die IBA Thüringen haben im Jahr 2016 für dieses Vorhaben ein Konzept verfasst, das einem modellhaften Gebäude, einer mehrfach nutzbaren Funktion und dem städtebaulich prominenten Standort gerecht werden soll. Mit dem ehrgeizigen Vorsatz, einen Bau mit zu 100 Prozent erfüllten guten Eigenschaften zu bekommen, wurde der Projektname »Das 100« geboren. Wohl wissend, dass jedes Bauprojekt in seinem Entstehungsprozess auch einen Kompromissweg beschreitet, war dennoch angestrebt, im digitalen Planungs- und Bauvorlaufprozess, im optimierten Bauablauf, im Verfolgen von Klimaneutralität in Bau und Betrieb, in der Ausrichtung auf regionale Ressourcen und schließlich in der Berücksichtigung des Materials Holz einen möglichst hundertprozentigen Optimalwert zu erreichen.

Bundesprogramm „Variowohnen“

Gleichzeitig mit dem Wettbewerbsverfahren wurde zu diesem Projekt ein Forschungsantrag im Bundesprogramm „Variowohnungen“ gestellt. Das stattete das Projekt und vor allem auch die Themenstellung des Wettbewerbs mit einer zusätzlichen Finesse aus: Die geplanten Wohnungsangebote im Neubau sollen nicht nur studentisch nutzbar sein, sondern für eine eventuelle Weiternutzung als Generationenwohnhaus vorbereitet werden. Der Kubus ist somit hinsichtlich seiner Flexibilität, seiner Lernfähigkeit und wortwörtlich seiner nachhaltigen Tugenden ein Modellvorhaben.

IBA Kandidat

Die Widmung des Studierendenhauses als IBA Kandidat soll zusätzlichen Rückenwind geben, um ein Gebäude zu schaffen, das diesem Jubiläumsanlass an seinem exponierten Standort in Weimar würdig ist.

100 Prozent IBA.

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