Butze

Sommertal, Kaltennordheim, 2020
Engere Wahl, Thüringer Staatspreis für Baukultur 2021

Aus der Projektbeschreibung:

BUTZE! ist ein selbstinitiiertes Projekt mit dem Ziel, mittels minimaler Interventionen, einen Beitrag zur nachhaltigen touristischen Aufwertung ländlicher Regionen zu leisten. An abgeschiedenen Orten finden Naturliebhaber individuell gestaltete Shelter - sogenannte BUTZEN! - welche als Nachtlager, Schutz vor den Elementen oder als einzigartiger Rückzugsort dienen.
Die beiden ersten Wandererherbergen konnten mitten im Biosphärenreservat Rhön, im idyllischen Apfelhain einer abgelegenen, ehemaligen Mühle errichtet werden. Die abstrakte Gebäudeform kontrastiert mit dem natürlichen Umfeld. Die Anleihen von Forst- und Jagdarchitekturen lässt sie jedoch klar an diesem Ort beheimatet sein. Der kaleidoskopartige Baukörper formt einen sakral anmutenden Eingang mit zweiteiliger „Pferdetür“, welche durch Schmiedeeisenteile in der gewünschten Position gehalten wird. Diesem gegenüber transportiert ein rahmenloses Panoramaglas das Bild der Landschaft in‘s Innere.
Die beiden Baukörper sind Abwandlungen des gleichen Bautyps. Das Umkehren des aufgesetzten, geometrischen Körpers lässt jedoch zwei absolut individuelle Innenräume entstehen. Auf reversiblen Schraubfundamenten ruht das mit Leinöl lasierte Holztraggerüst, welches den ausvorgefertigten Holzrahmenbau-Elementen zusammengefügten Baukörper trägt. Innen wie außen kleidenroh belassene Fichte-Tanne-Dreischichtplatten die Oberflächen, welche über die Zeit die Spuren von Wind, Wetter und Nutzung offen zur Schau tragen.

Beurteilung der Jury

Die Arbeit BUTZE! Sommertal zeigt, wie durch minimale architektonische Interventionen einfache, aber einzigartige Rückzugsorte in der Natur entstehen können.
In Holzbauweise entstanden zwei Schutzhütten auf dem Gelände einer ehemaligen Mühle, die als einfaches Nachtlager und Schutzraum für Wanderer im Biosphären- reservat Rhön dienen. Die beiden Baukörper sind prägnant in ihrer Formensprache ausgebildet, fügen sich aber gleichzeitig sehr selbstverständlich in die Landschaft ein. Die Mikroarchitekturen betonen und erschließen dabei die Qualitäten der Landschaft und eröffnen neue Wahrnehmungsperspektiven. Große Öffnungen rahmen die Land- schaft und verbinden sie mit dem Innern des Schutzraumes.
Die Jury würdigt insbesondere die Idee, durch die Vernetzung mehrerer Wanderunter- künfte einen Beitrag zu einer nachhaltigen, naturbezogenen touristischen Nutzung der Region zu liefern. Die An- und Abreise mit dem Zug zu einer mehrtägigen Wandertour ist möglich. Die Wanderunterkünfte selbst sind aus dem nachhaltigen Baustoff Holz gefertigt, wurden vormontiert und die wenigen Einzelteile vor Ort zusammengefügt. Die überzeugende Umsetzung der beiden ersten Prototypen in Selbstinitiative lassen bereits erahnen, wie durch architektonische Qualität und bewusste ortsspezifische Setzung der Schutzhütten eine ganz besondere Wanderlandschaft entstehen kann.

Planung

  • TAKTAK Architektur+Szenografie, Schwallungen
  • STUDIOIDA, Berlin
  • KIG Meiningen
  • KUBIO GmbH, Arnstadt

Auftraggeberin

Fam. Arnrich, Kaltennordheim, Ortsteil Fischbach 

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